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C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
Entstehung
Seite
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Rom, die Gottersucht ganz Europa erfüllte, und wo manauö einer übelverstandenen Stelle behauptete, Lacitusht) selbst in Germaniei» gewesen.

DaS zweyte ist das Gebäude, welches sich diq'etwgen aufführen, welche die Absicht des Lacitus in dieEatyre aufgclößt haben. Man thue diesen Mannern Ge»vüge, streiche das Kapitel weg , welches diesem oder jenemnicht gefallt: am Ende nicht zehn Zeilen bleiben unsals unkzwcifelt übrig. Dann noch das Heer der Granvmatiker über sie, diese sengen und brennen aufs neue.

Deil sonderbarsten Einwurf macht Gruber 5):^T^citus schrieb von den Juden, die er um sich hatte,Albernheiten, wie viel weniger verdient er bey seinen Ger- manischen Nachrichten Glauben." Also den verachtetenJuden sollte er Glauben beymessen, oder ihre heilige»Schriften lesen! Kann uns nicht so ein Parse gleiche Vor-würfe machen, wenn wir seine heiligen Schriften nichtlesen, und dann Sachen erzählen, die diesen widersprechen!

Man forscht eifrig seinen Quellen nach, verkennt diewahren und findet trübe Sümpfe. Buder 6), Thonia«fiuo 7) und Schürze 8) meynen, er habe die GermanischenSclaven in Rom zu Rathe gezogen. Sonderbare Mcy-nung, die höchstens aus seinen unrichtigen Nachrichtenüber die Religion könnte gemuthmasset werden.

a 4 Ich

5) äe Iudaeo milite, C. 2. §. i.

6) Biblioth, Script. Germ. p. 12.

7) D. de liominibiis propriis, §. 12.

%) ScHulsschrifttn kür die alten Deutsche», n. S. 52°.