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C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
Entstehung
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* II. Auf ©fiten der Nation selbst muß man aber auchfolgende Säye bemerken:

1) Germanien war im strengsten Begriff freyund kriegerisch. Dmm untersuche man, ob diese oderjene Nachricht des Tacitus mit beyden überciiistimmeitkönne oder nicht,

2) Man vermenge nickt Germanen und nach-berige Teutsche mit einander; oder schöpfe gar aus derLZdda, ans dem Saro Srammaticuo, lind andern Dä-nischen Geschichtschreibern. Wie viele sind in diesen Irr-thun» gefallen. Manche thaten noch mehr. Sie liessenSlawische Religion und Sitten für Germanische gelten.

z) Manche wollen des Tacitus GermanischeNachrichten aus den Geseybüchcrn' der TelitsckenNationen erläutern. Dieses geht dann nur an, wennsie übereinstimmen, oder sich wenigstens deutliche Spurenfinden; aber das Gegentheil nicht. Lacituo kann so nichtverbessert oder erklart werden. Denn er irrte nicht, son-dern die Sitten und Gewohnheiten änderten sich.

Laßt man diese Bemerkungen nicht aus den Augen:so kann man nicht fehl gehen. Man weiß, was man vomTacitus zu erwarten hat; man weiß, wie Germanien be-schaffen war. Alles, was Schwierigkeiten zu haben scheint,hat sie dann nicht.

IV.

Cacitus, dieser verkannte, verachtete, verunstalteteSchriftsteller; welch ein Mann muß er jedem Geschichts- forscher seyn!

Ich