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C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
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lehrreichsten Denkmale deS Alterthums für die gegenwar-tigcn Bewohner Luropene." Er meynt ferner: man solleja darauf Acht haben, daß Tacirus fast hundert Jahrspater schrieb, als Cäsar. Schon waren unter ihm dieSrvionen so verfeinert, daß sie anficngen, auszuarten,und die Finnen noch so roh, daß man sich wunderte, wiesie bey ihrer Wildheit bestehen könnten. Allein, dieses istwohl zu genau genommen. Hundert Jahre machen beyeiner Nation, wie die Germanische war, wenig Aenderung;wird die Religion geändert, dann eher. Dieß war nunder Fall hier nicht, denn Germanien hatte immer nochzu Tacitus Zeiten die unbildliche unpriesterliche Religion-

Robertson machte hierauf eine Verglcichung zwi,schcn den Amerikanischen und Germanischen Wilden, dieviel anziehendes viel beweisendes für Tacituo Glaubwür-digkeit hat. So vergleicht Vrotier ebenfalls die Bewoh,ner des alten Germaniens mit den Wilden in Kanada 19),die eben so übereinstimmend ist. Diese Verglcichung dientauch dazu, daß nian erkenne, wie der Sohn der Natur inseinen Kinder- und Knabenjahren sich überall gleich sey.Wie's im bürgerlichen £rf>en. ist. Der Fürstensohn und dceBauernjunge gleichen sich als Kinder; das Knabenalterentwickelt ihre Begriffe, ihre Bestimmung; als Jünglingund Mann kennen sie sich nicht, oder verkennen einander;bis endlich das greise Alter sie zu ahnlichen Thorheitenauffordert. So in den Societäten.

VII.

-9) I» seiner Ausgabe von Taciü Opp< T, IV, .