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C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
Entstehung
Seite
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für uns. Von ihm hangt die gute oder schlimme Mey-nung de6 Werks selbst ab. Kann man nun noch die Ab-ficht und die Veranlassung ausspähen, warum ein Autorsich an ein Werk dieser Art gemacht, und warum er ebendiesen, und nicht jenen Plan gewahlet habe, so ist dasVerdienst auf beyden Seiten größer. Der Leser kann sei-neu Schriftsteller nunmehr vollkomiucn verstehen. Er kannsich in seine Dcnkungsart versetzen, und mit ihm die Dingeaus eben dem Gesichtspunkte ansehen, als jener sie ge-sehen hat. Er kann ihn loben oder tadeln, und kurz, derWerth seines Autors ist dadurch bestimmt.

Jcb will versuchen, ob ich beydes die Absicht desTacitus entdecken, und den Plan seines Buchs über dieDeutschen angeben kann. Was ich davon sagen werde,sind bloße Gedanken, und das Publicum, dem ich sie mitgeziemender Achtung unterwerfe, mag den Ausjpruch thun,ob sie in die Reihe gründlicher und richtiger Gedankengesetzt zu werden verdienen.

Tacitus hatte den festen Grundsatz, kein Menschwerde etwas, das nur einigermassen wichtig wäre, undauf ihn einen Einfluß halte, ohne Absicht, und einen vor-hergcmachten Plan vornehmen. Ucberlcgung und Vernunfttige Zwecke, seyen die beyden großen Triebräder, wodurchdie Handlungen der Menscheil begünstiget werden. DieMittel, zu diesem abgedeckten Ziele zu gelangen, warenmehrcntheils Kinder des Glücks. Man traue aber derKlugbeit eines vernünftig denkenden Mannes immer so vielzu, daß er sie als die besten angesehen und erreichet habenwerde. So dachte Tacitus , und ließ nicht nur diese Ge-danken die Regeln aller seiner Handlungen sey«;; sondern

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