=o<^<2^<=~4 27
er wünschte mich, daß ein Der feiner Mitbürger diesilbenmit ihm rn Ausübung bringen möchte. Diese Vorsicht warbey den damaligen gefährlichen Zeitläuften Roms sehrnöthig, und man muß sagen, daß sie zu keiner Zeit mitmehrerer Genauigkeit befolgt ist, als zu der Zeit, in mUchcr Tacitus lebte. Tyrannen saßen auf den Tbron, undalles, was Laster hieß, stand ihnen zur Seite. Die Bür-ger folgten dem Beyspiele ihrer tyrannischen Beherrscher,oder sie linderten vielmehr das Elend ihrer Unterdrücklnigdurch Lüste, die den bösen Herzen schmeicheln, und die dasAltdcnken des Unglücks am ersten vergessen machen. Rot»ten von Angebern, die auf das Leben der Bürger Acht hat-ten, liefen durch die Stadt. Bald wurde dieser der Ma-jcstatsvcrbrechen und jener der Empörung oder Nerschwö-rung angeklagt. Bald wurde ein anderer, weil er über,maßig reich, und für den Staat gefährlich angesehen wur-dc, hingerichtet. Ein dritter litte um deßwillen den Tod,weil er zu frey von den Lastern des Fürsteit gesprochenhatte. Kurz, alles lebte in der größten Bestürzung, undzugleich in Lastern. Kein Mensch durfte also ohne Gefahrdes Todes sich öffentlich sehen lassen. Er mußte zittern,ob nicht schon seine Seufzer am Hofe gehört wurden, undihm das Todesurthcil zurück brachten. Was noch eine Artvon Sicherheit und Trost gab, war, daß er nichts denken,oder so behutsam denken, und zurückhaltend sich ausführenmußte, damit er am Leben bliebe. In einem solchen Zu»stände von menschlichen Verwirrungen, bildete sich da6Genie des Tacitus. Er schloß sich ein, oder er wachtedoch so genau über seine Handlungen, daß sie ihm nichtgefährlich werden konnten. Was er vornahm, überdachte<r genau, sahe hin auf die Absicht, und zeichnete sich
Plane