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und bürgerlichen Verfassung von seiner neuen Einführung,dem Augustus an, bis auf seine Zeiten, und mißbilligtelaut, und schrieb es öffentlich, in politische Maximen ein-gehüllt, was ihm darinn mißfiel; er zeigte die Fehler an,die die Quelle von so vielen Zerrüttungen des Reichs wa-reu. Wer, von diesen Betrachtungen geleitet, seine Ge,schichte ixr Deutschen mit Aufmerksamkeit, und ohne Vor-liciheil liefet, der wird sie für nichts anders, als für einewahre Beschreibung halten können, für eine Beschreibung,die an vielen Orten zwar mit den eigenen Urtheilen ihresVerfassers durchwebt ist, die aber als bloße Resultate derpragmatischen Betrachtungen, über die abgehandelten Gc-gcnstande angesehen, keineswegs aber, und nach sichrerursprünglichen Bedeutung, in Rücksicht auf seine Römerausgelegt werden müssen. Wer über die Sitten der Völ-ker nachdcnkt, dem müssen sich dergleichen Betrachtungenvon selbst darstellen, und Tacitus war zu sehr der Mann,als daß er eine so reichhaltige Materie, wie die Sitten derDeutschen warm, ohne Früchte seines Gentes gelassen hatte.Beyspiele werde ich weiter unten anführen. —
Die Glaubwürdigkeit des Tacitus , in Absicht aufseine Nachrichten der Deutschen, kann mich durch die nochjetzt gellende Beschaffaiheit des Ciima, der Starke undTapferkeit der Deutschen, ihrer Reichsverfassung, und ingewisser Art auch ihrer Regieruiigsforinen erwiese werden.Ungeachtet der in allen diesen Dmgen merklich vorgeqan-gencn Veränderungen, liegt doch der erste Keim davon inden Nachrichten, die uns Tacitus von dem ältesten ZustandeDeutschlandes hinterlassen. Das Klima ist das nemliche,und nur die Gestalt des Bodens hat sich verändert. Die
Richtig-