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Richtigkeit der Bemerkung Terra humidior qua Gallias sä-rpicit, bestätiget sich im Clevischen fast alle Tage. DennHerr Geh. Rath und Canzlar Springer hat die alten deut-schen Sitten des Taeitus noch jetzt in seinem geliebtenWestphalen am richtigsten abgezeichnet gefunden. Die Ge,schichte der Franken, von dem ersten Zeitpunct an, da sieden Römern unter diesem Namen bekannt wurden, bis aufKarln den Grossen, durch alle Schattirungcn ihres Staatshindurch, ist der redendste Bewciß für die Richtigkeit derAussagen unsers Schriftstellers. Die salischen und ripua-rischen Gesetze, sind nichts als Modificationcn der altdeut»schen Sitten und Gewohnheiten, in Kapiteln gebracht undaufgeschrieben. Herr Moscr findet den Grund des Heer»bannes in der alten deutschen Vcjke. Sein Thema ist miteiner solchen Scharfsinnigkeit ausgeführt, daß der Begriffeiner Satyre bey solchen Untersuchungen ins Lacherlichefallt. Hieraus folgt, daß Taeitus von den Deutschen nichtsmehr geschrieben, als was die nachfolgenden Jahre bewah-ret, und die Nationalschriftstcllcr bestätiget haben. Wollteman Hierwider einwenden, daß die Geschichte der Deutschenvollkommen wahr, und doch zugleich eine Eatyre für dieSitten der Römer seyn könne, da diese als policirtc Na-tioncn, weit verderbtere Sitten, als die Deutschen hatten,die sie mit dem Namen der Barbaren belegten; daß ein fürdas Wohl des Staats eifriger Philosoph, der auf dieSitten seiner Nation mit Unwillen herab sieht, diese oftmit Beyspielen beschämen könne, die von Völkern entlehntsind, bey denen eine solche Verdorbenheit in ihrem rohenZustande nicht herrsche, welche er unter den Scinigcn bc--merke; mit einem Worte, daß Taeitus eine Geschichte derDeutsche» habe schreiben können, um die Römer zu züch«
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