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C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
Entstehung
Seite
32
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tigcn. Diese Einwendung hat allen Schein der Wahrheit.Mein, zu gcschwcigen, daß die AnHanger der Meynung,die ich bestrcite, und denen zu Gunsten vorstehende AuS<flucht hingeschrieben ist, diese Erklärung mit ihrem Begriffder Satyrc selbst nicht verknüpfen; so kann man hier sra*gen, welche Sitten der Deutschen es denn haben seynsollen, die Tacitus den Römern zu ihrer Beschämung habevorhalten wollen? Die Halste seines Buchs ist mit Be,schrcibung der deutschen Sitten angefüllt. Sie sind alleso beschaffen, wie sie sich für eine rohe, und weder durchweise Gesetze, noch durch eine vernünftige Religion umge»bildete Nation schicken. Sollte er nun wohl die Absichtgehabt haben, seine Römer hiernach umformen, das ist,sie in den rohen Zustand, darinn ihre Vater gelebt hatten,wieder zurück führen zu wollen ? Wie l konnte Tacitus nicht einschen, daß die Sitten der Deutschen aus ihremStaarsverhaltniß, und die Rönnsche hinwiederum au6ihrem eigenen flößen ? Hatte» nicht jene die Freyheit, unddiese die Tyranney zum Grunde. Der Dcspocismus laßtdem Volke nichts übrig, als die Freyheit, nach seinen Lüstenzu leben, und er befördert sie selbst. Und Tacitus konnteso blödsinnig seyn, die Sitten beyder gegeneinander abwa«gen zu wollen? Wie verächtlich war den Römern nichtvielmehr das Wort Barbar? Mit diesem Ehrcntirel be-zeichnet Tacitus nicht nur selbst die Deutschen, sondernauch, wenn er im Nan«en der Römer spricht. Er ist es,der sie für dunim, einfaltig, wild und unbändig halt.Er selbst, der von den isatten, die er doch den meistendeutschen Völkerschaften vorziehet, und sich bey ihnen lau*ger verweilet, weil sie sirniles Batavis, quibus honos rnanet»et antiquae societatis insigne, in die ruhmvolle Worte aus»

bricht: