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„die auf ihren Gelagcn herrscht, herrscht auch in ihren„ Sttiatsversammlungen. Sie müssen Bier haben / ehe„walücn sie keinen Fürsten, oder schließen Krieg und„ Frieden."
Waffen hatten sie bey sich, und an Handeln konntees eben so wenig fehlen, als auf den Landtagsversaiumlun^gen in Pohlen. £>! wie schön würde sich Tacitus denRömern empfohlen haben, wenn er statt ihrer Lieblings-fünden auf römischen Gastmahlen, ihnen die deutsche Artzu trinken angepriesen hatte!
Der Strassenraub war bey allen gesitteten Völkernehrlos. Bey den Deutschen war er ein Vorzug des Adels,und nichts weniger, als infam. In der Geschichte derDeutschen siebet man Fürsten und Herzoge an die Spitzeder Banditen sich stellen, aus hohlen Wegen und Gebluscheu auf die Vorübergehenden tapfere Ausfalle wagen/und rauben, plündern und morden. Dieß Handwerk trie»ben die alten Deutschen, wie Cäsar sagt, Buch VI. Kap. 5.de B. G. uni den Müßiggang zu vermeiden (desidiae mi.nusndae caula.). Also, ihr Römer, ihr könntet von denDeutschen lernen, auf was Art sich eure zu innerlichenFactionen geneigte Gemüther, besser beschäftigen könnten!
Aber hatten denn die alten Deutschen keine mildersnnd gefälligere Sitten, als die zum Theil wilden, zum Theilunanständigen, die bisher zu ihrem nicht sonderlichen Ruh-mc angeführt sind? Ich verstehe den Wink, und ich willnun gleich n'.it der ganzen Macht der Beweise zur Beschißtzung der gegenseitigen Meynung hervorrücken. Die alt«deutsche Redlichkeit und Treue soll sie.anführen. Sie ist
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