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schen so kostbaren Tugend ? Ich will ihn selbst reden lassen?„ Die Deutschen, sagt er, sind nicht unversöhnlich, sie sind„auch nicht hinterlistig, noch heimtückisch. Haben sie„Streit mit einander, so erkaufen sie die Versöhnung auch„mit dem Besten ihrer Habe. Die ganze Gemeinde ist„darüber vergnügt, weil die allgemeine Wohlfahrt, die„Erhaltung ihre^ Freyheit, ihnen lieber, als die Privat-„ räche einzelner Familien ist." Kap. 21—23. Historischerkann sich Niemand ausdrücken. In diesen drey Kapitelnstehet nicht eine Sylbe, nicht die kleinste Maxime, nichtein verrathcrischer Blick eines Wunsches, die deutsche Red»lichkeit unter die Römer eingeführt zu sehen. Was müßtedas für eine Sittenlehre seyn, in die Form einer Sacyregeschmolzen, worin das Tand fehlet, das ganze Nationen/Völkerschaften, Städte und Einwohner, ja die Familienselbst, in einer so süsscn Harmonie zusammenhalten undglücklich machen kann ! Ja, bey der Hospitaluat, die mitder Redlichkeit so genau gepaaret gehet, bemerkt er, daßsich die Deutschen zu ausgelassen, und bis zur Verschwenddung darinnen bewiesen. Zu viel ist immer ein Fehler,wenn es auch die Tugend selbst betrifft. Weit gefehlt also,daß Tacitus das richtige Verhältniß dieser Tugend angeben,und ihren Abfall, oder recht bestimmten Grad an seinenRömern zeigen sollte, hüpft er ganz darüber weg, als ver-diene si? nicht, die alte deutsche Redlichkeit, genauer ange-zeigt, geprüft und gelobt zu werden. Vielleicht hatte Ta*citus den Vettejus vor Augen, oder den Strabo im Sinn,oder das Andenken der Varischcn Schlacht wiegelte seineSeele wider die Deutschen auf, daß er in ihrer Treue sei*neu festen Boden sah. Der erste nennt die Deutschen einlügenhaftes Volk, 2. B. und der andere klagt über ihre
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