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Und m dieser Rücksicht ist ihre Kindcl'probe auf dem Rhein eine F^bcl elender Scribentcn. Sie selbst setzten sich keineGränzen in der Anzahl ihrer Kinder. Eine zahlreicheNachko.mmenschaft ward ihnen die größte Freude und einTrost im Alter. Die Verpaifung hatte keine Achtung, unddiese gute Denkart unserer Vorfahren triumphirte über alleGesetze der policirten Nationen, die gewesen sind, und nochsind. Betrachtungen über die Sitten der Völker anstellen,und bey Vcrgleichung derselben einen Zug davon zur Ehreder Menschheit vor andern auszeichnen , würde einem jedem,der noch einiges Gefühl für die Tugend hat, ohne ein Ta-citus seyn zu dürfen, von selbst nothwendig scheinen. Wieviel würde ein solcher Zug aber nicht von seiner Würdeverlieren, wenn er bloß zu dem Ende aufgeführt wäre,um zu einer Satyre zu dienen, und bey sich ereignendenFällen ein höhnisches Gelächter über benachbarte Nationenzu verbreiten?
Ich schmeichle mir, für die Bestimmung dieser Blat-ter, hinlänglich erwiesen zu haben, daß Tacitus,um eineGeschichte der Deutschen zu schreiben, keincswegcs damitdie Absicht gehabt habe, eine Satyre auf seine Nation zumachen, und darin auf eine verdeckte Art die Laster der-selben zu beschämen. Denn warum wollte er so furchtsamseyn? Die Zeiten der Tyranney in Rom waren vorüber,und mit dem Domitian begraben. Er saß selbst am Ru-der des Staats, und konnte die bcilsamsten Gesetze verawstalten, alle Unordnungen abschaffen, die Sitten verbessern,die Laster verscheuchen, und die Tugend in ihre alte römUsche Rechte wieder einsetzen. Trajan , das unvergänglicheUrbild eines guten Fürsten, saß auf dem Throne, und
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