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C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
Entstehung
Seite
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wundert es mich, daß man zu einer so uncdlcn und nurhalb wahren Absicht, als der Einfall der Satyre ist, seineZuflucht habe nehmen, die Glaubwürdigkeit des Buchsdarüber aufs Spiel setzen, und uns um ein Denkmal brin»gen können, das die Römer selbst nicht einmal aufzuweisenhaben. Aus denen in Tacitus Buche von den Deutscher»vorkommenden Kennzeichen von den damaligen UmstandenRoms, und aus dem Verhältniß anderer Nationen gegendasselbe, und dem eigenen Charactcr meines Autors, setzeich die Theile zusammen, um das Ganze der wahren undeigentlichen Absicht derselben, bey Verfertigung seinesBuchs über die Deutschen heraus zu bringen. Sie istdiese: Tacitus schrieb eine Geschichte der Deutschen, umdie Römer bey den damaligen Umstanden des sinkendenReichs mir cmem Volke naher bekannt zu machen, dasdurch seine Macht furchtbar, und durch seine Liebe zurFreyheit unüberwindlich, folglich ihnen in aller Absichtwichtig war, welches sie, die Römer, so wenig kannten,am aller wenigsten aber den Triebfedern ihrer Macht undLiebe zur Freyheit nachgespürct hatten. Dieser Hauptabsichtward noch ein Nebenzweck untergeordnet. Er wollte demTrajan , unter dessen zweytem Consulate und Antritt zurRegierung er das Buch von den Deutschen schrieb, wegenseiner vormals am Nicderrhcin zur Bcschützung dir rbnütschen Gränzen gegen die Deutschen geführten Statthalter-schaft, und der dabey bewiesenen Klugheit und Güte, einDenkmal des RuhmS und der Dankbarkeit ausrichten, vondessen kaiserlichen Tugenden das römische Volk bereits soviele gute Begriffe gefaßt, jind durch dessen Vermittelungvielleicht er (Tacitus ), die besten und glaubwürdigstenNachrichten von den Deutschen gesammlet hatte, und also

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