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C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
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glücklichen oder unglücklichen Fortgang anzumerken, ihreEinflüsse auf Tugenden und Laster zu zeigen, und dasjedesmalige System der Sitten zn verrathen, und aus die«scn allen Schlüsse für die fernern Schicksale Roms zu zie-hen, dieß war das einzige und angenehmste Studium, inwelches sich der ganze Geist des Tacitus versenkt hatte.Dabey galt es ihm gleichviel, wo er Stoff dazu fand, wenner nur Bezug auf seine Römer hatte. Lieferten ihm aus»warlige Nationen, die den Römern aber wenigstens vonEiner Seite bekannt seyn mußten, fruchlbare Materien fürseinen denkenden Geist, und für sein natürliches Vcrgnü«gen; konnte er durch Betrachtungen ihrer Thaten, ihrerTugenden und Laster, seine eigene Vaterlandsliebe, seinemoralische Grosse, seine politischen Einsichten, und Wün--sche für die Dauerhaftigkeit Roms, anbringen, so warihm keine Beschäftigung willkommener/ als eine von derbeschriebenen Art. Ob sein Ehrgeiz nicht einen mächtigenAntheil an dieser edlen Denkungsart gehabt habe, will ichhier nicht untersuchen. Ans vielen Briefen des jünger»Plinius erhellet wenigstens so viel, daß er ungemein nachEhre gegeizct, und die Bewunderung der Nachweit mit zumZwecke seiner Bemühungen gemacht habe. Plinius ermahntihn noch dazu besonders, und bittet sich nur die Freyheitvon ihm aus, da er schon weit grössere Progresscn daringemacht habe, unter seine Flügel sich begeben, und mitihm nach jener Höhe der Unsterblichkeit des Nachruhmshinauf fliegen zu dürfen.

So ausgemacht wahr alle diese von mir angeführte»Umstände sind, und je bündiger und kräftiger sie aus derGeschichte selbst können bestätiget werden; um so mehr

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