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Zweyter Abschnitt.
lima, Gesetze, Religion und Auferziehung sind die vierwesentlichen Bestandtheile von den Sitten eines 5?ol*kcs, und die Absicht und der Zweck, den es sich dabey vor,gesetzt hat, geben ihm auch die verhältnismäßige Richtungin seinen Handlungen, und bestimmen bey ihm den morali-schen Werth derselben. Dabey wird es alles das vermeiden,und durch Gesetze sogar verbieten, oder nach der Gewöhn-heit beurtheilen, was es als Hindernisse ansieht, die diesemEndzweck im Wege stehen.
Wenn ich mit diesem Grundsatze auf unsere Vorfahren,die alten Deutschen im Tacitus, übergehe, so ist es in derThat schwer, den Grad der Wirkunzen verhältnismäßig zubestimmen, den ein jedes dieser vier Stücke in ihr gemein-schaftlichcs Ganze, und in den Zustand eines jeden einzelnenTheiles, mit Hinsicht auf jenes, gehabthat. So schwer esober ist; so wird doch ein Versuch der Sache selbst, imFall sie anders seyn sollte, keinen Eintrag thun.
Fuförderst, beucht mich, ist es überflüssig, sich in dieUntersuchung der aufgeworfenen Frage hier einzulassen: obihr damaliger Zustand zwischen roher Wildheit und ausge-bildcter Feinheit, mitten inne gestanden, oder jener näher,als dieser gewesen sey? Weder ganz ausgebildet, noch ganzroh und wild lebten sie übrigens nach der Natur. Dießist meine Meynung. Man nenne diesen Zustand, wie manwill. Ihre Tugenden wenigstens, abgewogen gegen ihreZaster, ungeachtet diese wichtig genug sind, behalten nochimmer das Uebergewickt. Geg»n ihre strenge Pflicht inBeobachtung der ehelichen Treue; gegen ihre Redlichkeit,Aufrichtigkeit und Rechtschaffenheit m Haltung der Zusagen;
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