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gegen ihre Uneigennützigkeit, Gastfteyheit, die Liebe zumWatcrlande, und endlich gegen ihre ausnehmende Tapferkeit,erscheinen ihre Laster in der Liebe zum Spiele, mit Ver,lust ihrer eigenen Freyheit; ihre unregelmäßige ReigunKzum Trinken, mit allen aus der Völlcrey eittspringendentraurige!, Folgen, und andere böse Neigungen mehr, derer»rechte Bedeutung noch nicht ausgemittelt ist, wie Flecken ineinem heroischen Gemählde. Eine Mischung, die ihrenGrund hat! Hier ist unstreitig Bildung. — Ihr Abscheuvor Städten, ihre herumziehende Lebensart, ihre hier undda auf dem Felde, oder an Flüssen, oder an mit Weidefür das Vieh versehenen Gegenden, aufgeschlagene beweg,lichc Hütten, ihre unterirdische Wohnungen in Klüften undHolen, mit Mist bedeckt, das Herumstreichen in den Wal-dern auf Jagd und Beute, die Arten ihrer Kleidungenvon Thierfcllen, mit Hirschgeweihen, oder Ochsenhörncrnum den Kopf ausgeziert, ihr fast nackter Zustand in ihremhauslichcn Leben, und hundert andere Umstände mehr, setzenden Begriff von ihrer Bildung so ziemlich wieder herunter,und bringen in ihren Zustand eine andere Mischung. Aberauch diese Wildheit, wenn man will, hatte ihren Grund.Jene Bildung beruhcte auf dem Geiste ihrer Staatsvcrfas-sung, nach der sie lebten, und diese Wildheit auf dem Be.»griff der Tapferkeit, die jenen Geist nährte. Wer diesenUnterschied nicht genau bemerket, der wird sich nie einerichtige Vorstellung von dem alten Leben unserer Vorfahrenmachen können.
Ans welcher Quelle flössen denn nun recht eigentlichTugend und Laster, und der ganze sittliche Zustand unsererVorfahren, im weiten und engern Sinn her? Ohne Unuschweife: aus der Frrvlieit. Diese war die Seele ihres
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