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Staatskörpers, so groß er war, und so verschieden er aucheingetheilet und regieret ward, und der alleinige Grund vonallen ihren Begriffen der Sittlichkeit. Wer diesen Charactcrm ihrer Geschichte des Tacitus verkennt, oder ihnen einenandern unterschiebt, der macht auS unsern Vorfahren ganzetwas anders, als er und Cäsar beschrieben, und mit ihnenalle Römer erfahren haben. Die Freyheit der Deutschenist grösser, sagt Tacitus acrior est: Germanorum libenas, alses sich durch das stärkste Beyspiel begreiflich machen laßt.Nicht nur gegen auswärtige Feinde, die in ihr Land Ein-bräche wagten, sondern auch unter sich, und gegen cinan-der, stritten sie für die Behauptung derselben auf das mu»thigste. In ihrem eigenen Lande wollten sie schlechterdingsunter keinem Universalmonarchcn stehen, und gegen einenauswärtigen Feind verband sie Ein Interesse. Dieser Geisttheilte so viel Gchattirnngcn in ihr bürgerliches und Haus-liches Leben aus, als die Auftritte waren, darin sie sichzeigen mußten. Nun zum Beweis.
Die Liebe zur Freyheit wirkt bey einem Volke Wundenund nie wirkt sie mächtiger, als wenn es noch in einemstände lebt, der der Natur, wo sie am empfindlichsten ist,am nahestcn kommt. Alle Ketten, womit man seine Freyheitzu fesseln drohet, sind bey ihm so viel Werkzeuge des To«des. Die ganze Seele empört sich dawider. Der Körperkrümmt sich, und zittert vor den Gefahren der Untcrtrctung.Ehe es sich an den Fesseln der Knechtschaft führen laßt,lieber befreyt eS sich davon mit dem Tode. Ein weiterBoden, eine freye und nicht erst mit Geld zu lösende Lust,Gewässer, wohin es sich ungestört lagern, und die -Natur mitihren Productcn überall ohne Einschränkung gemessen kann,dies ist fein liebster Aufenthalt, und ein Leben, das es mit
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