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den Schätzen des wollüstigen Orients, der weibischen PrachtPcrftpolis/ und der entnervenden Ueppigkeit Roms nichtvertauschen möchte. Der nordische Himmel liebt diese Le»bensart vorzüglich. Die Philosophie lehret es / und alleReisende, die den mitternächtigen Continent durchsucht undftudirt haben, bestätigen es, daß der Much und die Tapfer«keit seiner Einwohner von demCluna selbst genährt werde, unddaß sie zugleich eine angcborne Liebe zur Freyheit besitzen,die mit ihrer Sonne, ihrem Himmel, ihren Waldungen,Flüssen und Seen, in der unzertrennlichsten Vereinigungstehen. Nie wird ein achter Deutscher sein Glück durch Nie«dertrachtigkeit und Tücke rauben, sondern er wird es sichimmer mit eigenen Handen selbst zu bereiten suchen. DaSGefühl seiner nicht zu ermüdenden Kräfte, und daS unver-drossene Anhalten setzt ihn weit über die Schnellkraft desGeistes eines hcisscrn Humnelsstrichcs hinweg. Er ist einVerächter aller Gefahren. Sein nervigter starker Arm schu»tzet jeden, der sich ihm übergiebt, und durch eben das Bttwußtscyn der Starke wird er sich selbst so leicht nicht bindenlassen. Die Geschichte aller Völker und die Erfahrung U*weißen diesen Satz vollkommen, und es ist unnöthig, sich indas Detail desselben weiter einzulassen.
Die Liebe zur Freyheit würde bald dem Machtigernweichen müssen, wenn sie nicht beständig durch eine sie behau-ptcn könnende Tapferkeit genahret und unterstützet würde.Freyheit und Tapferkeit, sind zwey unzertrennliche Gefahr-tcn. Die alten Deutschen hatten dieß wohl begriffen, undum diese von der Natur ihres Himmels angestammte Tugend,so viel möglich, zu ihrer Höhe zu bringen, hatten sie ihreganze Staats - und bürgerliche Verfassung darnach eingerich-Ui. Sie war der Mittelpuittt, darauf sich ihr öffentliches. e 4 und-