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Sie bekümmerten sich nicht um die Ceremonien des Got-tcsdienstes, die ein Weib veranstalttte, und der zu Ehrenman den Betrug geheiligt hatte. Unsere Vorfahren arger-ten sich, daß sie auf Anrathen derselben, dem Monde zuviel nachgegeben hatten, und darüber die Bataille ain Ober-rhein wider den Cäsar verlohren.
Was die Gesetze verordneten, und die Religion be-statigte, darnach richtete sich die hausliche Auferziehungihrer Kinder. Der Grund zu dieser "Richtung lag in demVerhaltnisse, darinn sie mit dem Staate selbst standen.Sie hielten es für Pflicht, ihre Kinder nach dessen Grund-satzen aufzuziehen, weil das Glück desselben auch ihr eige-nes war. Sie kannten keine:, andern Werth ihres Lebens,als den Werth der Freyheit, und die Liebe dazu wurdeden jungen Sprößlingen von früher Zeit an eingepflanzet.Die Eltern nahmen die Sorge der Anferzichung selbstüber sich. Es waren genug, und vornehme und gesitteteRömer im Deutschlande aus der Varischen Schlacht übrig,die aber zu keinem deutschen Hofmeisteramt gelangen konn-ten. Die Ursache war, daß sie nach solchen Grundsätzenlebten , die mit der deutschn, Freyheit nicht bestehen konn-ten. Sie mußten sich unter die Knechte rangiren lassen,und Hofdienste leisten.
Der Vater nahm den Sohn in die Schule der Ta-pferkeic. Er härtete seinen Körper von Jugend an, zurArbeit ab. Er tauchte ihn in kaltes Wasser, lehrte thuschwimmen und Waffen und Ackergerathe zu rechte machen.Er gicng mit ihm auf die Jagd, lehrte ihn Baume aus-reissen, Thiere bezwingen, und Frost und Hitze ausstehen.So bald er alter ward, wurde er mit den Nothwendig»keitcn des Krieges, und mit seinen Beschwernissen naher
bekannt