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C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
Entstehung
Seite
78
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bekannt gemacht. Er mußte, wo die Rnitcrey alles galt,reite!», und sich ans dem Pferde geschickt und geschwindwenden lernen. Wo die Starke der Macht hinacgcn aufeinem gut abgerichteten Fußvoike beruhete, da mußte ersich in Rnhe und Glieder zu stellen, geschlossen zu halten,im Marschircn und Laufen sich üben. Gewisse deutscheJugend war wegen der Schnelligkeit ihrer Füße ausneh-mcnd berühmt. Hiehcr gehöret, was Tacitus von ihrenKanipfspielen sagt. Ganz nackend sprangen sie zwischenhervorgercckten Spießen und bloßen Schwerern herum,und drüber weg. Eine Uebung, die endlich zur Kunst ward,und von der Kunst in den Anstand übergieng. Nicht umGewinst, sondern aus bloßer Ehre übten sie diese Spiele.

Das Vergnügen der Zuschauer von beyderley Ge-schlecht war ihnen die höchste Belohnung für eine so muth-willige Verwegenheit. Kap. 24. Hatten sie nun das Altererreicht, wo sie in den Stand der Mannbarkeit übcrgien«gen, so wurden sie von den Vätern und Anverwandtenmit auf die Landtagsvcrsanunlungcn genommen, mit Spießund Schilde angethai», und der Versammlung vorgestellt,als solche, die durch eine gute Auferziehung zu den Pflich-ten des Staats tüchiig gemacht waren, um Theil an derVertheidigung des Vaterlandes nehmen, und zur Ehre des-selben, falls es der Versammlung beliebte, die Waffen tra-gen zu können. K. iz. Waren sie zu Bürgern deutscherNation solchergest/.lt aufgenommen, so setzten sie die Ge-schaffte eines kriegerischen Lebens so lange fort, bis derSohn eine eigene Familie errichtete, sich eine Heldin vonseinem Stamme zur Frau nahm, mit ihr neue Kriegerzeugte, und nach dem abgelebten Rest eines für den Dienst

des