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C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
Entstehung
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alten Upfalischen Tempel eine Gruppe, welche den Thor,den Wodan , und dcn Frikko vorstellte?). Der erste stund«rhabcner in der Mitte, und die beeden andern Gottheitenwaren ihm zur Seite. Thor war also der vornehmere Gott,und Wodan und Frikko waren seine Begleiter.

Nach der gemeinen Sage, war Thor der Donnergott.Und so wie Zcvs bey den Griechen, und Jupiter bey denRömern , wegen der Herrschaft über den Donner und Blitz,als das Haupt der Götterschaft verehrt wurde, so setztenauch diese Völker den Thor um eben dieser Ursache willen,den übrigen Göttern vor. Die vorzüglichste Stelle unterden Göttern der Nordlander erhielt er vielleicht auch des-wegen, weil er ihr ältester Gott, und alter als Wodan war, unter dessen Ahnen er auf der Stammtafel der nor-dischcn Helden Langfetgadal genennt wird. Noch in denneuern Zeiten verehrten die Lapplander 8) diesen Gott, des»sey Heiligkeit sie vermuthlich von den Schweden kennenlernten, lwch lange in der Stille. Auch von den Deutsch«», insbesondere von den Sachsen, wurde er sehr hoch gchal-tcn. Sein Bildniß wurde gewöhnlich mit einem Streit»Hammer, der die Form eines Kreuzes hatte, vorgestellt.

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?) ikbendsrstlbe am angezeigten Ort: Nobiliffimum illa gens

templiim habet, qnod Ubsola dicitur. In hoc temploquod totum ex auro paratum est, itatuas trium deorum ve-neramr populus, ita ut potentisilmtis eorum Thor in mediosolum habea: triclinium. Hinc inde locum pcfiident Wo-dan , et Fricco.

i) I. Schefferi I.apponia p. 6t. 91. HoegsrraemsI.applandp.19j.leken. de Fennor. Lappon. et Norveg , relig. pagana..VIII. p.9