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C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
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Daß dieser Odin, der deutsche Wodan gewesen sey, beweisendie isländischen Stammtafeln, wo seine Genealogie eben die«selbe ist, welche die Deutschen von ihrem Wodan hatten. AuchEthclberd 19), ein Enkel eines alten sächsischen Königs sagt :Wodan war der Stammvater des Anführers der Sachsen,und noch- itzt verehren ibn die Dänen, Norweger und Schwe--den. Sein Ansehen war bey diesen Völkern aber nicht s>groß, als bey den Deutschen . Denn ihr alterer Gott warThor, und Wodan wurde nachher erst von ihnen unter dieFahl der Götter aufgenommen. Doch ehrten ihn die Sol^datcn als den Kricgsgott mehr, als den Thor selbst 20).

Rudbeck und Eckart machen , nach einigen schwedischenRedensarten, den Wodan zum Unglücksgott, und legen ihmdie Herrschaft über da6 Schattenreich bey. A»ch leiten sievon ibm den Ursprung des wüthenden Heers ab, und desGeräusches, das bey Nacht die Menschen erschreckt.

Wodans angeuehniste Opfer waren Pferde und Men-schen, Pferde, weil er den Deutschen den Gebrauch derstfrden gelehrt batte. An den Menschenopfern wollten einigezweifeln. Aber da es unter den Alten Tacitus und Lucnnus,und unter den Neuern Sturlcson und Schcd ausdrücklichbehaupten, so wage ichs nicht, diesen Mannern zu wider-sprechen- Zumal da bey iedem rohen Volk die Menschen-

g 5 opfer

sogen für Wort, 0i<l, für Wolf, Ulf, und für Wulphilas,.Ulphilas. S. Brcnzclö Vorrede zur alten GotH. llctet-:setzung der Evangelisten, p. 30.

19) Chron. 1. p. 8. 33. S34.

2.0) Saxo hist. Dan. vi. p. 103. Die Edden fasten: nach eine?. Schlacht gehen Wodan und Freiggil auf der Wahlstadtherum, und besehen die Erschlagenen.*i) Rudbeck Atland. P, i, p. 7*7. Eccard. ik O'ig. Gcnna?,P-395,