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Bier dabey herum; einen dem Wodan , den andern demTdi?r, und den dritten / den verstorbenen Helden zu Ehren.Ein vierter war der Minnebccher, womit Freunde sich be-schenkten. So lange dieser feyerlichc Trunk dauerte, stundeman um ein angezündetes Feuer herum. Der den Becherfüllte, hielt zuerst eine Rede, reichte dann den Becher deinFürsten ; dieser bezeichnete ihn mit einem Kreuz, das denElreitl^ammer des Thors vorstellte, trank, und gab ihn weiter.
Diese Feste wurden von den Christen noch lange beyde-halten, aber statt daß sie vorhin zu Ehren des Tkors undWodans gefeyert wurden, so heiligte man sie nun der Drey-einigkcit, der Jungfrau Maria, und den Heiligen 24). Spu-reu. davon haben sich nebst den Namch noch bey verschiede-\Wt Handwcrkcrgilden erhalten.
Zu diesen Festen waren in den ältesten Zeiten dichte Ei-chenhaine bestimmt 25). Diese waren die Opferplatze, diesewurden mit dem Biut der geopferten Menschen und Thieregeweiht. Die feyerlichc Stille, der Ernst, der in diese»Waldern herrscht, und jdie Fantasie so sehr erhebt, scheintzuerst die Menschen bewegt zu haben, diese Gegenden fürden Sitz der Gottheit zu halten, In den Waldern waren
die
24) Ick weiß wohl daß die neuern Gelehrten die Name:?Odensoß und Dergleichen, von Otto ableiten, und glaubeauch gerne, daß sie recht haben mögen. Allein gewiß zuerweisen ist es nicht. Mit den etymologischen Ablcitungeuder Namen dcr Orte ist cs eine sehr ungewisse Sache. Ichwürde daher gegen den nicht sehr streiten, der die Namen,dieser Orte vom Wodan ableiten wollte.
?5) Tacuiis de rnorib. Germaniae, c. IX. nec deos cohibere pa«rictibiij, ncqiie in ullam humani oris speciem adsimiilarc,ex magnitudine coelestium arbitranttir : hicos ac nemora.consecrant, deorumque nominibus appellant secretum i!hl4<4«od scla reverentia vident,