Teil eines Werkes 
Theil 2 (1740) Die so nöthig als nützliche Buchdruckerkunst und Schriftgießerey
Entstehung
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hätten; So würden sie sich auch eine Druckerei) anlegen, Vor-mittag in ihrer Studierstnben herrliche Schrifften verfertigen,und Nachmittag in ihrer Druckcrey ihre eigene verfertigte Sa-chen auf das schönste haben Drucken durften.

Hieraus wi'rd nunmehro deutlich erhellen, daß der HerrPaul Pater die erste Mennung einiger Leute, die er aber nichtnennet, schlechterdings hatte verwerffcn sollen. Er hat sichauch endlich etwas bcßer besonnen, indem er bekennet, 'daßman bey der Beantwortung dieser Frage auf die Beschaffen«heit des Orts, auf die Obrigkeit und hohen Schulen sehe«müße. Wir sind beynahe seiner Meynung. Nur mit diesemUnterscheid / daß wir erstlich auf den Befehl, ober Verboth derlieben Obrigkeit, und hernach auf die Lage des Orts sehenmüßen. Denn wenn ein Ort noch so bequem wäre, und im»scr Landcsvater will nicht; So giebt die Lage an und vovfich noch keine Freyheit darzu. Unser Wille ist den Hohenin der Welt untcrworffcn. Diesen müßen wir Gchorsam iei-«sten, folglich darf auch keine Druckcrey an einem solchen Ortangeleget werden, wo wir, sondern wo selbige wollen. Denndiese wissen am besten was zur Zierde und Nutzen des Landesdienet, und wo eine Druckerei) nöthig ist.

II. Frage.Ob drn Waysenhausern Buchdruckereyenund Bücher-Lotterien mit Rechtzukommen?

ES scheinet zwar, mcynt unser Paul Pater, daß derglei»chen Häuser einer Republick mehr schädlich, als nützlich, wären»weil sie insgemein von allen bürgerlichen Abgaben frey sind;Alleine, deßen ungeacht, muß man diese Frage dennoch mitIA beantworten, weil von den Früchten dieses Nutzens vielearme Kinder unterhalten würden, welchen man nach dem Ge«setz der Christlichen Liebe zu helffen verbunden ist.

Anmerckung.

Ehe wir weiter fortgehen, so wolle« wir so gleich unsere" ' ' Gedau»