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Hierbey hat man zu untersuchen, spricht ver -Herr Vitifasstr: Ob die Gelehrten und andere in öffentlichen Ehrenam-lern stehende Personen nur ihren Gcitz zu erfüllen, oder da sie we-nig Einkünfte haben, ihren Mangel abzuhclffcn, oder durch ih->re Schrifftcn in der Welt berühmt zu werden, Buchdrnckereyenanlegen. Die erste Art ist einem Weltweiscn qantz unanständig,und bringt einem Christen Schimpf undSchaudc; Die andere Artist wohl erlaubt und gerecht, zumal wenn ein Gelehrter die Kunstrechtmasiig erlernet, selbige wohl verstehet, und sein Haus!-Wesen,nach dem Beyspiel des großen Äernea/gers, dieses er-fordert; Auch die dritte Art ist nicht zu mißbilligen, so oft die-jenigen, so das Buch verfertiget haben, solches auf ihre Kosteirmit schönen und nach jetziger Zeit sauber gcgoficncn Littcrn aufle»gen laßen. Wenn zumal die Buchdrucker des Orts schlecht versehensind. Daß ich letzt nichts gedcncke von dem harten und genauenBezeigen mancher Verleger, die sich gar unbillig gegen den Vcr-faßcr des Buchs verhalten, und vor seine saure Arbeit und Fleißin Verfertigung derer nützlichsten Bücher/ die sie doch theuer ge-nug verkauffeu, einen Pappenstiel, oder gar nichts zur Vergeltungihm zukommen laßen wollen, mit dem Vorgeben: Der Gelehrtemüße sich an der Ehre begnügen laßen, der Gewinnst gehörevor sie-
Anmerckung.
Mit dieser Antwort find wir beynahe völlig zufrieden. Nurdie letzten Worte scheinen uns etwas hart, da er vorgiebt, daßmancher Verleger dem Gelehrten wenig, oder gar nichts vor sei--Arbeit geben will. Wir geben zu, daß es dergleichen Verlegernebe. Wir getrauen uns aber auch zu behaupten, daß die Ursa-che dieses horten Bezcigens insgemein bey dem Gelehrten zu su«chen sey. Wer wollte einem Verleger zumuthen, daß er einManuscript theuer bezahle» soll, wovon er stcl; nicht viel Ab-gang versprechen kan. Und gleichwohl dcncken viele Gelehrte,daß ihre Arbeit nicht mitGold zu bezahlen sey, ohngeacht sie her-nach,wenn sie gedrückt, zu weiter nichts/ als Fidibus, gebrauchtwerden können. Gesetzt aber, es sey der Geitz des VerlegersSchuld daran; So hat ja der Gelehrte die Freyheit feine ver--fertigte Schriften einem andern Verleger zu geben, der billiger ist.Es werden, doch nicht alle Verleger Geitzhalse zu nennen ftvn.