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Freymühtige Rechenschaft des von der Gemeine zu Ephesus Abschied nehmenden Apostels Pauli vorgestelt in einer Abschieds-Predigt gehalten in der reformierten Gemeine zu St. Stephani in Bremen den 2. Aug. 1739... / von Henrich Eickel
Entstehung
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zu handeln gewohnt sind/ diesen nieinen Entschlus entwedervor eine unbedachtsame Ubereyluug/ oder eine kleinmühtigeFurchtsamkeit/ oder gar einen ftrasbahren Eigensinn haltenwerden. Ich will mich mit weitlaustiger Widerlegung der-selben nicht aufhalten; sondern sie nur an die ernstliche War-nung des HErrn IEsu erinnern: Richtet nicht/aufdaßihr nicht gerichtet werdet: Und an die ErmahnungPauli: N)er bist du/ daß du einen fremden Anechcrichtest t er stehet oder Met seinem Herrn.

Um aber doch vor Unpartheyische einige Gründe anzufüh-ren/ die mich zu dieser Veränderung bewogen und übergebo-gen haben/ so wissen dieselbe/ daß es reine'sieischllche Absich-ten/ keine weltliche Ehre/ kein irrdischer Vortheil/nnd keineGemächlichkeit könne gewesen seyn/ die mich zu diesem Ent-schlus gebracht haben; weil/ ihrem eignen Geständnis nach/ich alle diese Vortheile grossen theils in die^chantze schlagen/und mit einem viel geringerem Maaß derselben dorten werdevor lieb nehmen müssen. Es bleibt also nichts anders übrig/als die Hofnung / daß mir dorten / denen mir bekanten Umstän-den nach/unter desHErrn Segen und Gnade/werde vergön-net werden/mit mehrer Gemühts-Ruhe/und gefolgM met>rer Gesundheit und Kräften / die mir zur fruchtbah'ren wabr-nehmung meines Amts unumgänglich nöhtig sind / meinWerct zu verrichten. Dabey kommt die sonderbahre Liebe/womit dich theure Gemeine nur zugethan ist/ wovon diesel-be bey dieser zweyten Wahl eine neue Probe gegeben hat.Zu geschweige» derjenigen Gewlsiens Freyheit/ deren mandorten/ in ungehinderter Außübung der Kirchen Zucht/ vorvielen andern Oertern geniesset. Zuletzt kan ich es nicht an-dere als eine gütige Leitmig des HErrn anmercken/ daß Erbey meinen zunehmenden Iahren / mir eine Arbeit anweiset/die mehr als die hiesige/nach meinem Zustand eingerichtet ist.

Ich hoffe demnach bey unpartheytschenGennthternsovielBilligkeit zu finden/ daß sie mich wenigstens / als einen Ge-wissen-