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zu thun hatte / der den Heuchelem ihren Lohn geben/ unddieselbe einmahl zcrschcitercn wird. Der Dtcnjr/ den ichdem HErrn öffentlich und im verborgenen abgestattet habe/ist zwar sehr unvollkommen/ aber dabey aufrichtig und ohneverkehrte Absichten gewesen; weil ich überzeuget war/ daßein so herzliches / heiliges/ gütiges und liebreiches W-sen/als Gott in Christo ist/aller Liebe / aller Hochachtung / allesGehorsams und alles Dienstes würdig ist
Ich habe mich der Demuth vor Gott und Menschen zubefleißigen/ nnd mein von Natur troyigcs Hertze nieder zubeugen getrachtet. Die Bewustheit' meiner Umvürdig-keit/ meiner täglichen Strauchlungcn / meiner besiegendenSchwachheiten/ und dcr darauß entstehenden Mangeldastig-kelt ineines Dienstes hat mich nahe bey der Erden gehalten.Ich habe in Nichtes zu rühmen gehabt / als in meinerSchwachheit.
An Thränen hat es auch in meinem Dienste nicht ge-mangelt. Meine vielfältige Abweichungen und anklebendeVerdorbenheiten haben mir manchen Seustzer und vielfal-tige Thränen im verborgenen ansgeprestet. Die Betrach-tung meiner Untüchtigen zu dem mir anbefoblnen wichti-gen Ambte hat mir oftmahls naste Augen gemacht. DasGewicht der mir anvertrauten unsterblichen Seelen/ und dieBegierde/ um deren ewiges Hcyl zu befördern/ sind mirmanchmahl eine Ursache vieler Thränen gewesen/ die ichauch öfters hieselbst vor Euch ausgeschüttet; wein, ich Euchmit Thränen ermahnet und an Christi Statt gebeten ha-be/ ihr möchtet euch doch mit Gott lasten versöhnen.
Und wie oft hab ich nicht mit Thräne«: säen und meinZlmbt mit Seuszen thun müssen / wenn ich so wenig Früchtemeiner Arbeit sahe. Auch selbst der Entschluß um Vrcmenzu Verlusten und nach Homderg zu gehen / ist nicht ohneVcrgiestung vieler Thränen gefastet worden
Und eben so wcmg hat es mir auch an Versuchungen
geftylet/