Einleitung« m
Der Ueberzeugung steht dieUeberredung ent-gegen; ein Fürwahrhaltcn aus unzureichenden Grün-den, von denen man nicht weiß, ob sie bloß subjectivoder auch objectiv sind.
Die Ucberredung geht oft der Ueberzeugung vor-her. Wir sind uns vieler Erkenntnisse nur so bewußt,daß wir nicht urtheilen kennen, ob die Gründe unsersFürwahrhaltens objectiv oder subjectiv sind. Wirmüssen daher, um von der bloßen Ucberredung zurUeberzeugung gelangen zu können, zuvorderst über-legen, d. h. sehen, zu welcher Crkenntnißkraft einErkenntniß gehöre; und sodann untersuchen, d. i.prüfen, vb die Gründe in Ansehung des Objects zu-reichend oder unzureichend sind. Bey Vielen bleibtes bey der Ucberredung. Bey Einigen kommt es zud
Ueber.
und aller theoretischen oder logischen Ueberzeugung Kber>Haupt entgegen gesetzt werden muß, weil er nie zumWissen sich erheben kann. Der sogenannte historischeGlaube dagegen darf, wie schon bemerkt, nicht von demWissen unterschieden werden, da er, als eine Art destheoretischen oder logischen FürwahrhaltcnS, selbst einWissen seyn kann. Wir können mit derselben Gewißheiteine empirische Wahrheit auf das Zeugniß Anderer an-«ehmen, als wenn wir durch Facta der eigenen Ersah«tung dazu gelangt wären. B,-y der erstem Art des em-pirischen Wissens ist etwas TrüglicheS, aber auch beAder letzter».
DaS historische oder mittelbare empirische Wissenberuht auf der Zuverlässigkeit der Zeugnisse. Zu den Er-fordernissen eines unverwerflichen Zeugen gehört: Au»thentizitär (Tüchtigkeit) und Integrität.