lio Einleitung.
Zn einer Wissenschaft wissen tyir oft nur dieErkenntnisse, aber nicht die dadurch vorgestell-ten Sachen; also kann es eine Wissenschaft von dem-ftnigen geben, wovon unsre Erkenntniß kein Wissen ist.
Aus den bisherigen Bemerkungen über die Naturund die Arten des Fürwahrhaltcns können wir nundas allgemeine Resultat ziehen: daß also alle unsreUeberzeugung entweder logisch oder praktisch sey.—> Nemlich wenn wir wissen, daß wir frey sind vonallen subjectiven Gründen und doch das Fürwahrhal»tcn zureichend ist, so sind wir überzeugt und zwarlogisch oder aus objectiven Gründen überzeugt,(das Object ist gewiß.)
Das complete Fürwahrhalten auS fubjectivenGründen, die in practischcrBeziehung so viel alsobjective gelten, ist aber auch Ueberzeugung, nur nichtlogische, sondern pracrische (ich bin gewrß).Und diese praktische Ueberzeugung oder dieser mora-lischeVernunftglaube ist oft fester als allcsWis»sen. Beym Wissen Hort man noch auf Gegengründe,aber beym Glanben nicht; weil es hierbei) nicht auf ob«jcctive Gründe, sondern auf das moralische Interessedes Subjects ankommt. *)
Der
5) Diese ^ractische Ueberzeugung ist also der moralischeVernunftglaube, der allein im eigentlichsten Ver-stände ein Glaube genannt und als solcher dem Wissen
und