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Immanuel Kants Logik : ein Handbuch zu Vorlesungen / [Hrsg.: Gottlob Benjamin Jäsche]
Entstehung
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29
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Einleitung.

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IV.

Kurzer Abriß einer Geschichte der Philosophie.

Es macht einige Schwierigkeit, die Gränzen zubestimmen, wo der gemeine Verstandesgebrauchaufhört und der spekulative anfängt) oder, wogemeine Vernunsterkenncniß Philosophie wird.

Indessen giebt es doch hier ein ziemlich sicheresUnterscheidungsmerkmal, nemlich folgendes:

Die Erkenntniß des Allgemeinen in sblirscro istspekulative Erkenntniß;> die Erkenntniß desAllgemeinen in concrero, gemeine Erkenntniß.Philosophische Erkenntniß ist spekulative Erkenntnißder Vernunft, und sie fängt also da an, wo der gemei«ne Vcrnunftgcbrauch anhebt, Versuche in der Erkennt-niß des Allgemeinen in abNrscto zu machen. »-

Aus dieser Bestimmung des Unterschiedes zwischengemeinem und spekulativem Vernunftgebrauche läßtsich nun beurtheilen, von welchem Volke man den An-fang des Philosophierens datiren müsse. Unter allenVölkern haben also die Griechen erst angefangen zuphilosophieren. Denn sie haben zuerst versucht, nichtnn dem Leitfaden der Bilder die Vernunfterkenntnisssju cultiviren, sondern in sblirscro: statt daß die an-dern Völker sich die Begriffe immer nur durch Bi5«derin concrero verständlich zu machen suchten. S»giebt es noch Heutiges Tages Völker, wie die CHineser

und