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Einleitung.
sie ihr aber auch unentbehrlich, so daß man wohl be-haupten darf: Weisheit ohne Wissenschaft sey einSchattenriß von einer Vollkommenheit, zu der wir niegelangen werden.
Der die Wissenschaft hasset, um desto mehr aberdie Weisheit liebet, den nennt man einenMi so logen.Die Misologie entspringt gemeiniglich aus einer Leerheitvon wissenschaftlichen Kenntnissen und einer gewissendamit verbundenen Art von Eitelkeit. Zuweilen ver-fallen aber auch diejenigen in den Fehler der Misologie,welche Anfangs mit großem Fleiße und Glücke denWissenschaften nachgegangen waren, am Ende aber inihrem ganzen Wissen keine Befriedigung fanden.
Philosophie ist die einzige Wissenschaft, die unSdiese innere Genugthuung zu verschaffen weiß; denn sieschließt gleichsam den wissenschaftlichen Cirkcl und durchsie erhalten sodann erst die Wissenschaften, Ordnungund Ausammenhang.
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Wir werden also zum Behuf der Uebung imSelbstdenken oder Philosophieren, mehr auf die Me-thode unsers Vernunftgebrauchs zu sehen haben,als auf die Satze selbst, zu denen wir durch dieselbegekommen sind.
N.