Einleitung.
so würde doch keiner, der sie auch lernte,' von sich sa-gen können, daß er ein Philosoph sey; denn seineKenntniß davon wäre doch immer nur subjectiv-historisch.
' In der Mathematik verhalt sich die Sache anders.Diese Wissenschaft kann man wohl gewissermaßen lernen;denn die Beweise sind hier so evident, daß ein jederdavon überzeugt werden kann; auch kann sie ihrer Evi-denz wegen, als eine gewi sse und bcstänbigeLehre,
gleichsam aufbehalten werden. , -
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Der philosophieren lernen will, darf dagegen alleSysteme der Philosophie nur als Geschichte desGebrauchs der Vernunft ansehen und alsOb-jecte der Uebung seines philosophischen Talents.
Der wahre Philosoph muß also als Sclbstdenkereinen freyen und selbsteigenen, keinen sklavisch nachah-menden Gebrauch von seiner Vernunft machen. Aberauch keinen dialektischen, d. i. keinen solchen Ge-brauch, der nur darauf abzwcckt, den Erkenntnisseneinen Schein von Wahrheit und Weisheit zugeben. Dieses ist das Geschäft des bloßen Sophi-sten; aber mit der Würde des Philosophen, als einesKenners und Lehrers der Weisheit, durchaus unver-träglich.
Denn Wissenschaft hat einen innern wahren Werthnur als Organ der Weisheit. Als solches ist
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