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Immanuel Kants Logik : ein Handbuch zu Vorlesungen / [Hrsg.: Gottlob Benjamin Jäsche]
Entstehung
Seite
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Einleitung.

Das letztere ist das nothigste, aber auch dasschwerste, um das sich aber der Philodor nicht be-kümmert.

Zu einem Philosophen gehören hauptsächlich zweyDinge; i) Cultur des Talents und der Eeschicklich-keit, um sie zu allerley Zwecken zu gebrauchen.2) Fertigkeit im Gebrauch aller Mittel zu beliebigenZwecken. Beyses muß vereiniget <cyn; denn ohneKenntnisse wird man nie ein Philosoph werden, al crnie werden auch Kenntnisse allein den Philosophen aus-wachen, wofern nicht eine zweckmäßige Verbindungaller Erkenntnisse und Geschicklichkeiten zur Einheit hin-zukommt, und eine Einsicht in die Uebereinstimmungderselben mit den höchsten Zwecken der menschlichenVernunft.

Es kann sich überhaupt keiner einen Philosophennennen, der nicht philosophieren kann. Philosophierenlaßt sich aber nur durch Uebung und ftlbstcigenen Ge-brauch der Vernunft lernen.

Wie sollte sich auch Philosophie eigentlich lernenlassen? Jeder philosophische Denker baut, so zusagen, auf den Trümmern eines Andern sein eigenesWerk; nie aber ist eines zu Stande gekommen, das inallen seinen Theilen bestandig gewesen Ware. Mankann daher schon aus dem Grunde Philosophie nichtlernen, we>l sie noch nicht gegeben ist. Gesetzt -aber auch, es wäre eine wirklich vorhanden:

so