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Immanuel Kants Logik : ein Handbuch zu Vorlesungen / [Hrsg.: Gottlob Benjamin Jäsche]
Entstehung
Seite
30
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Einleitung.

und einige Indianer, die zwar von Dingen^ welche bloßaus der Vernunft hergenommen sind, als von Gott,der Unsterblichkeit der Seele u. dgl. m. handeln, aberdoch die Natur dieser Gegenstände nicht nach Begriffe«und Regeln in alitt^cm zu erforschen suchen. Sie ma-chen hier keine Trennung zwischen dem. Vernunft-gebrauche in concrew und deM in aKKiscto. Beyden Persern und Arabern findet sich zwar eini- ^ger spekulativer Vernunftgebrauch; allein die Re-geln dazu haben sie vom Aristoteles, also doch vonden Griechen entlehnt. In Zoroasters Zendave-st a entdeckt man nicht die geringste Spur von Philo-sophie. Eben dieses gilt auch von der gepriesene»Egnptischen Weisheit, die in Vergleichung mit deeGriechischen Philosophie ein bloßes Kinderspiel ge-wesen ist.

Wie in der Philosophie, so sind auch in Ansehungder Mathematik die Griechen die Ersten gewesen,welche diesen Theil des Vcrnunfrcrkenntnisses nach einerspekulativen, wissenschaftlichen Methode cultivirten, in-dem sie jeden Lehrsatz aus Elementen demonstrirr haben.

Wenn und Wo aber unter den Griechen deephilosophische Geist zuerst entsprungen sey, das kanrtMan eigentlich nicht bestimmen.

Der erste, welcher den Gebrauch der spekulativemVernunft einführte, und von dem man auch die erste»Schritte des menfchlichch Verstandes zur wissenschaftli-chen

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