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Vorrede.
Anwachseö, den sie in den letzten dreyßig Jahrenerhalten. Denn wie sehr sich Unseres itzt regieren-den Herzogs Durchlaucht das Recht erworbenhaben, der zweyte Stifter derselben zu heisscn:das hat es fteylich nicht melden tonnen. DieBeschreibung dieses glücklichen Zeitpunkts bleibtseinem Fortsetzer aufbehalten.
Sondern Burckhard scheinet überhauptnicht erwogen zu haben, worauf es bey der Ge-schichte einer Bibliothek hauptsächlich ankömmt.Nicht darauf, daß man die gleichgültigem Um-stände ihrer Entstehung Und ihrer allmäligenVermehrung mit einer angstlichen Gewissenhaf-tigkeit her erzählet; das wäre höchstens die Genea-logie der Bibliothek: sondern darauf, daß manzeigt, wozu es denn nun auch der Gelehrsamkeitund den Gelehrten genutzt habe, daß so viele Bü-cher mit so vielen Kosten hier zu Haufe gebrachtworden. Das allein sind die Thaten der Biblio-thek: und ohne Thaten giebt es keine Geschichte.
Denn kaum daß Burckhard noch die weni-gen Werke mitnimmt, die Augustus selbst ausdieser seiner Bibliothek, entweder zuerst, oder ver-bessert, herausgeben lassen. Das weit Mehrereund weit Beträchtlichere, was in Zeiten, die ihm
doch