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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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Vorrede»

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Manuscripte enthält. Ein solches kann mansich leicht einbilden, ist längst bey der Bibliothekvorhanden, und braucht nichts, als gelegentlicherweitert und berichtiget zu werden. Die Be-kanntmachung desselben durch den Druck aber,dünkt mich, würde am Ende pompöser, als ensprießlich seyn. Sie würde bey den Gelehrtenso manche überfiüßige Neugierde, so manche eitleErwartung erregen; sie würde dem Bibliothekarauf ewige Zeiten so manche vergebene Mühe, somanchen Zeitverlust machen, ihn so manchen aufnichts hinauslauffenden Anfragen aussetzen: daßder daraus erwachsende Nachtheil den Vortheil un-endlich überwiegen dürfte.

Oder man meyner ein Verzeichnis welchesbey jedem Manuscripte zugleich mit anmerkt, ob esbereits herausgegeben sey, oder nicht; ob es sonstgenutzt worden, oder nicht; ob es genutzt zu wer-den verdiene, oder nicht. Ist ein solches Ver-zeichniß das Werk einiger Jahre? Ist es das Werkeines einzigen Mannes? Und würde ich dieser ein-zige Mann seyn?

So schranke sich, wird man sagen, der einzigeMann auf das Wichtigste ein. Recht wohl.Aber was ist das Wichtigste? Wo findet es sich?Wer zeigt es ihm? Wie gelangt er dazu?

)(4 Ohn?