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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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sind. Ich will nur sogleich meine j.eser jenen Umstandbemerken lassen, der mir so besonders anffiel. Doch ohneZweifel haben sie ihn schon von selbst bemerke Es istdie Ieile:

Hundert peifpil han ich geleit,?

Hundert Beyspiele! Ganze hundert Fabeln also, sagt derDichter ausdrücklich, ^ er in feinem Buche erzählt habe.Und wo finden sich diese hundert Fabeln , in der Ausgabeder Schweizer ? Diese hat deren, nach eigner Numeri-rung, nicht mehr als vier und neunzig: oder gar nurdrey und neunzig, wenn man genauer nachzahlet. Dennda, wo die eine Handschrift angefangen, springet die Zahlvon XXIII sogleich auf XXV!. Und obschon dazwischenausder 45sten Seite ein Absatz vorkömmt, der ohne Iahlgeblieben, aber die Zahl XXIV fuhren sollte, weil er einebesondere vollständige Fabel ist: so fehlet doch noch immerNummer XXV; und in allem fehlen folglich, an. dervollen Anzahl von hundert, ganzer sieben Stuck»

Aber die Vambergcr alte Ausgabe wird sie dochvollzählig haben, diese hundert Stuck? Das durste ichkaum hoffen; und zu meinem grossen Leidwesen fand ichin ihr deren gar nur fünf und achtzig. Alles, womit ichmir also vor der Hand noch schmeicheln konnte, war dieUnwahrscheinlichkeit, daß in beiden Ausgaben g-rade dienehmlichen Stucke fehlen sollten.

Und so war es auch nicht. Denn kurz, nachdem^ch endlich Stück vor Stück verglichen hatte, fand ichmich um ganzer ftchft reicher; so, daß wenn die AnzahlXdV in der Schweißer Ausgabe nur ihre Richtigkeit

gehabt