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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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Als Ludolf sich nach Frankfurt zur Ruhe begebenhatte? und daselbst eiqzig seinen Studien oblag, fiel ihmohne Zweifel jene merkwürdige Arabische Genealogiewieder ein, die er vor einigen Jahren in Wolfenbüttel ge-sehen hatte. Er ward begierig, sie näher kennen zu lernen,und bat den Herzog Amon Ulrich, bey dem er sehrivohl angeschrieben war, um die Mittheilung derselben»Diese erfolgte; und bey Rücksendung, fügte er zur Dankz-barkeit gedachten Summarischen Lerichc bey.

Ich kann nicht anders urtheilen, als daß L.uds!f°bey dein ersten genauern Blicke, den er daraufivarf, sichfür betrogen erkannte. Er hatte, wie die ZunkcrscheStelle deutlich anzeigt, die Sprache des Manuscripts brder Eil (denn der Irrthum ist sonst, kuch für einen völ-lig Unwissenden,sehr leicht zu vermeiden) sürArabisch ansgesehen: und sie war Türkisch. Jene verstand Ludolf,aber nicht diese. Er konnte also wenig mehr darinn le-?sen, als die eigenthümlichen Namen, aus welchen de?Stannnbanm bestehet. Die den meisten dieser Ncunen-hingegen beygcfchricbencn Nachrichten, wie auch ein ziem-lich langer Eingang, waren ihm durchaus unverständlich»Daher es denn auch kömmt, baß sein SummarischerBericht fast nichts mehr enthält, als was man ausSchickards obigem allgemeinen Inhalte eben so gut erse-hen kann; widrigenfalls ich ihn ganz mitzutheilen nichtermangeln würde.

Nur ein einziger Punkt ist ihm völlig eigen, deraber um so wichtiger ist. L.udslf nehmlich hatte denTürkischen Eingang abschreiben lassen, und ihn nach Wien an den kayserlicheu Interpreten , MeniNsky, geschickt,um sich dessen Erklärung zu erbitten» Ob ihm Menms?!)

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