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(der zweyte also, der um unser Manuscript gewußt)eine wörtliche Ucberscßung davon zukommen lassen; dar-an zweifle ich: indem alles was Rudolf von ihm darausersehen zu haben angiebt, sich nicht weiter als auf denTürkischen Verfasser erstreckt. Dieser nun hat Joseph,Ven Abdul-Ä.ariph gehcissen, und zu den Zeiten Ge>-limans, des Sohnes und Nachfolgers Selim des I,gelebet; das ist gegen izso bis 66.
Es ist bedenklich, daß Schickard von ihm garnichts gewußt, ja auch nicht einmal vorgebauet hat, damitwir uns wenigstens keinen falschen Begriff von ihm ina-chen könnten. Denn da er ausdrücklich sagt, das Endeder Genealogie reiche bis auf den ÜsIurad, den SohnGelim des !l: so verleitet er uns zu glauben, daß derVerfasser auch unter dicfcm Kayser gelebt habe; da dochbeyde diese Kayser, Murad, seines Namens der III,und Golim der II, bloß von einein spätern Abschreiberhinzugefüget worden. Das natürlichste, was hierausfolgt, wäre also wohl, daß Schickard selbst kein Tür-kisch verstanden; und das hat auch Rudolf mit dürrenWorten daraus geschlossen. Ja er fügt hinzu, daß ebendaher sich Schickard auch in etlichen Namen uud Per-sonen geirret habe. Dieses will sich nun freylich mit demso recht nicht reimen, was Brucker, Schickards neuesterLobredner, in dem Ehrentempel der Deutschen Gelehr-samkeit von ihm versichert; "er sey in denOrienta-lischen Sprachen, ob er gleich sein eigener Lehrmeister seynmüssen, dennoch so weit gekommen, daß er in dem Rab-bittischen, Chaldäischen, Syrischen, Persischen, Türki-schen und Arabischen, seines gleichen nicht gehabt". Doch
wie
<*) Fünftes Zehend S. 186.