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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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wie cS gemeiniglich zu geschehen pflegt, daß unter denLobrednern der letzte die Saiten immer am höchsten span-net: so ist es auch hier gegangen. Denn Zach. Schäf-fer, den Brucker treulicher hatte nachsprechen sollen, sagtbloß, daß Schickard in seinen letzten Iahren sich allesErnstes bestrebt hätte, m tot UnZuis kerlicam czuoczue»etl'urcicnm et alias Orienli ulurpgtgs scijunZeret

Und das wäre denn auch wohl, sollte ich meynen, daSglaublichste. Aber wie, wenn nun eben dieser Umstand,daß Schickard nicht Türkisch genug verstanden, denn auchmit Ursache wäre, warum wir um den Rest seiner Arbeitgekommen? Der Tod übereilte vielleicht den guten Mann,als er noch erst recht Türkisch lernte. Unter dieserMöglichkeit, müßte ich denn freylich wohl einen Theil mei-nes obigen Ausfalles, gegen den Kaltsinn seiner Zeitver-tvandten, zurückcnehmen. Aber darum das geringste darin»andern oder mildern? wozu sollte ich das? Was meincllrwerthen Vatertandc hier zu viel gesagt ist, verdienet es inhundert andern Fallen , zehnfach zu hören; und wird essicherlich einmal hören. Nnr einen von diesen hundertFallen hier im Vorbeygehen zu nennen, weil er mit deinSchickardschen die nächste Aehnlichkeit hat. Man denkean Abulfeda und Reiske Z An diesen einzigen Mann, derallein, bey der kleinsten Unterstützung, m diesem Felde derGelehrsamkeit, auf einmal Engländer und Franzosen ebenso weit würde hinter sich gelassen haben, als diese vor desDeutschen nun noch voraus sind! An diesen einzigen Maun,der nur auch noch aufgemuntert zu werden braucht, umsich von einer eben so undankbaren Aubauung smeö andereFeldes, wieder in dieses zu wenden.

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