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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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L.udo!f preiset unser Manuskript, nicht allein in jenerStelle des Junkers, sondern auch in dem SummarischenBerichte ungemein an.Es verdienet, sagt er, von einen,z,vcr wohl Türkisch könnte, ganz verdolmetschet zu werden.,,Nuu ist es wahr, dieses sagt^L.udolf'gegen das Ende desvorigen Jahrhunderts. Was damals seine gute Richtig-keit hatte, dürste leicht, siebzig Jahre spater, wenigstensnicht mehr für voll gelten. Wir wissen von der Geschichteder morgenländischen Völker itzt unendlich mehr, als L.U-dolfwissen konnte; und es wäre kein Wunder, wenn beyso vielen Orientalischen Quellen, die neuerer Zeit nach Frank-reich und England gekommen, eine einzelne in Deutschlands die so lange kein Mensch mehr besucht hat, völlig unbrauch-bar geworden wäre.

Unbrauchbarer, will ich zugeben: aber völlig unbrauchbar,sollte ich doch uicht denken. Gchickard hat, die deutscheWahrheit zu sagen , nur eben den ungesunden Schaumoben abgeschöpft; nur ebeu das, was Hr. Reiste in demAbulfeda mit Verachtung übergicng. Denn was er uns vonden ersten sechs Geschlechtern daraus mitgetheilet, ist ent-weder höchst unstatthaft, oder wir brauchen es nicht erstvon einem Türken zu lernen. Was er unS von dem sie-benden, dem Geschlechte des Muhammeds, daraus mit-theilen wollte, durste itzt wohl auch nicht weiter als zur Be-stätigung des dienen, was wir aus eigentlichen ArabischenQuellen, durch Gagnier, Sale, Reiste und andere, seit-dem sehr zuverläßig erfahren haben. Eben dieses dürftevon dem achten nnd tteuncen, den Geschlechtsfolgm derKalifen beider Häuser, gelten: desgleichen, wie schon erins«ert, von dem sechzehnten; des siebzehnten gar nicht

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