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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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zu gedenken, als von welchem wir ans einem dürren Stamm-bäume wohl schwerlich mehr lernen dürften, als man selbstzu Schickards Zeiten bereits aus dem Aeunclavius wußte,oder wir itzt, noch richtiger und vollständiger ausdemAan-remir und andern, wissen können. Allein nun sind nochdie sechs Geschlechter, vom loten bis izlen übrig; derje-nigen kleinern Regenten nehmlich, die sich nach und nach inPcrsien und Indien von den Kalifen abgerissen hatten, undunabhängige Herren geworden waren. Und deren Ge-schlcchtsfolgen, glaube ich, würden dem Liebhaber der Ge-schichte sehr willkommen seyn; ob auch sie schon größtenTheils beymHerbelor zu finden. Denn den Nachrichtendes Herbelots fehlet vornehmlich der Synchronismus, wel-cher aus unserer Genealogie sich ohne Zweifel sehr deutlichergeben würde. Einiges dürfte denn auch wohl, so gut alsvöllig neu seyn: was wir z. C'. von den Seljttkcn darauslernen würden. Denn wie ich aus den wenigen Namen ur-theile, die Gchickard von diesem Geschlechte anführet, sosind es sowohl die Seljuken von Iran , als die von Rum.Die Geschichte der letztem aber, welche wegen ihres genauenZusammenhanges mit der Byzantinischen Geschichte, vor-nehmlich aufgekläret zu werden verdiente, ist noch in der äus-sersten Verwirrung, und in dein wenigen, was Herheloraus Persischen Geschichtschreibern davon anführet, sindeine Menge Widersprüche, die er selbst eingcsteher.Abulfeda aber, wenn ich eine Stelle des Herrn Reivterecht verstehe, bat diese vceidenralische Schuten ganz undgar mit Stillschweigen Übergängen. Noch dürste sichauch bey den Regenten von Schouarezem, m unirer Genea-logie manches finden, daß von dein abgehet, was wir bisitzt von ihnen wissen; indem unter den mu-5 Sultanen

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