( '5Z )
schwerlich gewagt haben, dem Gesandten eine so lächerlicheFoderuug nur merken zu lassen. Denn wer war denn die-ser Gesandte? ES war, wie wir wissen, Caspar Leckeß,des Fürsten Johann Sigismund vertrautester Freund/und selbst ein Ärianer. Dieses bezeugt Gandms;(")wenn es nicht aus dein Vertrauen des Fürsten schon ge-nugsam abzunehmen wäre. Ihm also, einem Arianerselbst, hätte man unter die Augen gesagt, daß die Aria-ner keine i.eute waren, mit welchen ein ehrlicher ChristBündniß machen könne? Er, ein Arianer selbst, hattenichts darauf zu antworten gewußt, als dieses, daß un-ter den Fürsten des Reichs und ihren Gottesgelchrtcndoch gleichwohl auch Arianer waren? Er, ein Arianerselbst, hatte diese seine verborgenen Glaubcnsbrüdcr inDeutschland , dem Kayser so ohne Bedenken verrathenkönnen? Wer zwar unter den Fürsten des Reichs ein A-rianer sey, mochte er wohl selbst nicht wissen: aber daskonnte und mußte er doch wissen, daß er die Gottesgelchr-tcn, die ihm dafür bekannt waren, durch seine Anzeige derunvermeidlichsten Verfolgung aussetzte, der auf allen Fallzu entgehen, sich die guten ^eute eben an ihn gewandt hat-ten. Und dem ohngcachtet hatte er sie ohne Noth, ohneallen abzusehenden Vortheil aufgeopfert? —- Wem al-les das begreiflich ist, nun, dem sey nichts unbegreiflich,was ihm Theologen, zu Rechtfertigung ihrer verübtenGrausamkeiten, in der Geschichte nur immer vorschwatzenkönnen und wollen!
Bisher habe ich den Brief, welchen Neuser an denTürkischen Kayser entworfen zu haben selbst bekennet, für
K Z ebenC) Lnncl. IM. LccZes. I.ib. III. v. 4M