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eben denselben gelten lassen, welcher sich angezeigtermassenbey den sogenannten HKi8 befindet. Daß er es im Grun-de auch wohl ist, will ich nun zwar nicht leugnen. Ichkann aber doch auch nicht anzumerken unterlassen, daßman, den letzter» nicht für so ganz unverfälscht zu halten,Grund habe. Gewiß ist es wenigstens, daß er nicht inder Sprache erscheinet, in welcher ihn Neuscr aufgesetzthatte. Neuscr hatte ihn lateinisch geschrieben, wie ausder Stelle erhellet, die er selbst daraus anführet: und hierist er nur deutsch zu lesen; in einer Uebersetzung nur also,die sich wohl schwerlich von dem Verfasser selbst herschrei-ben dürfte. Ja aus der angeführten Stelle, wenn mansie gegen das Deutsche halt, ist klar, daß sich der Uebcr-setzer, wer es nun auch gewesen, nicht so gar genau andas Original müsse gebunden haben. Und doch ist diesesnur der kleinste Skrupel, den ich mir gegen die Glaub-würdigkeit des noch vorhandenen Deutschen Briefes ma-che. Ein weit größerer bezieht sich auf eine ausdrücklicheStelle desselben, die ich mit andern historischen Umstän-den, wie sie sowohl vou Neusern als von seinen Feindenangegeben werden, auf keine Weise zusammen reimen,kann. Es sagt nehmlich Neuser selbst, in seinem Schrei-ben, welches um Ostern 1Z74 datirct ist, daß er denBrief an den Türkischen Kayser vor vier Jahrenaufgesetzt habe; also um Ostern 1Z70, vor dem Reichs-tage zu Speyer , als ihn noch niemand wegen desArianis-mus in Verdacht hatte, als ihn noch keine deswegen dro-hende Gefahr aus dem Lande zu fliehen nöthigen konnte.Auch seine Feinde wollen besagten Brief erst auf dem
Reichs-
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