( -55 )
Reichstage zu Speyer in die Hände bekommen haben;auch seine Feinde sagen, daß erst ans diesen Brief, deniZten Julius 1570, der Verhaft wider ihn und seine Ge-nossen verhangen worden, dem er für seine Person zu ent-kommen das Glück hatte. Und gleichwohl wird in ebendem Briefe, so wie er itzt bey den vorhanden, mitausdrücklichen Worten dieser seiner ersten Flucht bereitsgedacht. Wie, in aller Welt, kann daS seyn? Wiekann Neuser durch einen Brief zur Flucht genöthiget wer-den, in welchem er von dieser Flucht selbst meldet? Wiekann die Wirkung eher als ihre Ursache gewesen seyn?Oder soll eö nicht von seiner ersten Flucht zu verstehenseyn, wenn er gleich anfangs an den Türkischen Kayserschreibt? (^) „Anforderst aber soll Ew. Majestät gänz-lich dafür halten, daß ich zu derselben meine Zuflucht„suche, nicht wie etliche Christen zu thun pflegen, welche„um ihrer Mißhandlung willen, als Dicbstahl, Mord,„Ehehruch, bey den Ihrigen nicht bleiben mögen. Dann„für einem Zahr war ich Fürhabens zu Euch zu fliehen,„käme bis gen Presbnrg, aber dieweil ich der Ungari-„schen Sprache unerfahren, nicht weiter vermochte, bin„ich derhalben wieder zu den Meinen gekehrt, und fast„noch ein ganz Jahr bey Ihnen gewesen,welches garnicht„seyn mögen, wenn ich etwa einer Missethat halben flüch-tig worden u. s. w.», Von welcher Flucht ist es dennzu verstehen? Wir wissen ja weder von ihm, noch vonseinen Feinden, daß er schon vorher einmal, ehe er wegendes Briefes an den Türkischen Kayser gefangen werdensollen, nach Ungarn entflohen sey. Diese Flucht hinge-gen,
(*) Bkym Ctrvve, S> 230.