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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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bern eher nachahmen, als aller Verstoß gegen historischeUmrande verhüten. Auch behaupte ich nicht, daß derMnze Brief erdichtet sey. Ich behaupte nur, daß dieangeführte Stelle ihre Richtigkeit nicht haben könne, soweit Neufern selbst zu gl.mbcn, und sich seine Gegner dochwohl nicht mit ihren ngnen Waffen schlagen wollen.Grruve scheinet dieses schon zum Theil empfunden zuhaben, wenn er schreibt:Ncuser wurde auch in Sieben-bürgen, als wohin er sich retiriret hatte, von dem Kay-,,ser und Churfürsten von der Pfalz verfolget; und als ersich weder daselbst noch sonsten in der Christenheit sicherachtete, addressirte er sich in folgendem Schreiben an denTürkischen Kayfer.,. Also aus Siebenbürgen erst hatNeuscr, Nach ihm, an den Türkischen Kayfer das Schrei-ben erlassen, aus welchen man seine feindselige Gesinnunggegen Deutschland und die ganze Christenheit, schon alser sich noch in dem Schoosse derselben befand, zn erweisenpflegt? So ist es, nach ihm, nicht das nehmliche Schrei-ben, welches der Siebenbürgische Gesandte an den Kay-fer auslieferte? So ist es nicht das nehmliche, welchesden Churfürsten zu der Verfolgung veranlaßtes Nichtdas nehmliche, auf welches er selbst, in seiner vorherge-henden Erzählung, als auf Neuscrs Hauptvcrbrechcn wei-set? Nicht das nehmliche, welches alle andere Scriben-ten, die Neuserö Händel berühren, für das nehmlichehalten?

Und so viel von den vorläufigen zwey Punkten bishierher! Alles, was ich nun noch zur Erläuterung der-selben, und des mitgetheilten Briefes überhaupt, beyzu-bringen hätte, vergönne man mir, ohne Ordnung und

Schmuck