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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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diesem Besuche habe? Wenn er also die Briefe auffangenlassen, die an den Gesandten gekommen? Wenn es alsoaufgefangene Briefe von Neuscrn an den Gesandten blosgewesen wären, die dem Kayser das Geheimniß verra-then? Diese Vermuthung ist so wahrscheinlich, daß mansich gar nicht wundern darf, sie vom Sandius für dieWahrheit selbst angenommen zu finden; (^) wenn erNeusers Brief, 2c! illustrem On. LeKelium, loznuisLiAilmuncü I'rans^Iuzniae ?iincipis j^cZatum sei K.'Iz-ximiliznum II ImpersrorLM, als noch im Mannscriptevorhanden anführt, und hinzusetzt: czuz epiltolz Lse-sar inlerce'-plii, procur^uit, vc ^suserug cum L^Iuznc»in vincula (.onlicerei ur Daß das Datum dieses Brie-fes iZ?i, welches Sandius angiebt, ein Druckfehler sey,versteht sich. Aber eben so versteht sich, daß wo einDruckfehler ist, darum nicht eben auch eine j,üge seynmüsse. Ein aufgefangener Brief von Neuscrn an Be-Kcß muß wenigstens wohl da gewesen seyn: nur ob ebender Kayser ihn aufgefangen habe, das ist freylich eine an-dere Frage. Denn wie leicht könnte ihn blos der Chur-fürst von der Pfalz haben auffangen lassen? Ihm konntedoch NeuferS Reise am wenigsten verborgen gebliebenseyn. Bey ihm war Neuser ohnedem schon nicht wohlangeschrieben. Bey ihm hatte Neuser schon zu mehrma-len um seinen Abschied angehalten. Was Wunder also,wenn er gleich das Schlimmste von ihm argwohnte, undan seine Briefe zu kommen suchte? Und als er sie hatte,warum hatte er sie nicht von dem Kayser erhalten zu ha-ben vorgeben können, um die Lebhaftigkeit und Schärft

seiner

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