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ven Kopf ab; mit der Besserung wird es sich schon finden,so Gott will! Welch ein Glück, daß die Zeiten vorbey sind/in welchen solche Gesinnungen Religion und Frömmigkeithiessen! daß sie wenigstens unter dem Himmel vorbeysind, unter welchem wir leben! Aber welch ein demüthi-gender Gedanke, wenn e6 möglich wäre, daß sie auch un-ter diesem Himmel einmal wiederkommen könnten! -
7. Wenn aber der Churfürst Friedrich, in deinangezogenen Schreiben, den Churfürsten zu Sachsen nurum das Bedenken seiner politischen Rathe ersucht, dasBedenken seiner Theologen aber sich aus dem Grunde ver-bittet, „weil sie Zweifels ohne mir den Seinen„auf die göttlichen Rechre würden schließen,,:so kann man sicher behaupten, daß dieses Zweifels ohneohne Zweifel ganz anders ausgefallen seyn würde, undder Churfürst nur darum etwas als ausgemacht anuimt,was nichts weniger als ausgemacht war, weil er sich auchvon dieser Seite in einer Sache nicht neuen Widersprüchenaussetzen wollte, in der er, allem Ansehen nach, seinenEntschluß längst gefaßt hatte. Denn unmöglich würdenLutherische Theologen, den Genfischen Grundsatz, daß al-les mit dem Tode zu strafen, was das Gesetz Mosis mitdem Tode zu strafen befiehlt, worauf das ganze Heidel-bergische Bedenken gebauet ist, gcbilligct haben. Wohinnun aber das Bedenken der Sachsischen Räthe gegangen,läßt sich nicht mit vollkommner Gewißheit sagen, da esnie bekannt geworden. Vermuthlich aber muß eS mitdem Bedenken deS größern Theils der Pfälzischen Räthewohl übereingekommen seyn, weil sich sonst der Churfürst
wahr-