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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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Denn er eben ist der Freund, von welchem Aancbius anLavarern schrieb: In noc surem c^ula Hnanigmi, cu-!u^> sulpcÄum Kaduerunt smicum permulri, propter sr-Qiilimsm swicitism cum «Zefencü et 6elenclsm us-c^ue 26 lsnZuinem, czuia t?t illi iniuriz, czusntum e^oporui ex f^miüzribus iiüc^ue peimuilis cum eo sermo-nibus colli^ere (*).

16. Ehe ich schliesst, muß ich noch ein Wort vonNeusers moralischen Charakter sagen, den man ohneZweifel nur darum so abscheulich und schwarz zu schildernund zu glauben geneigt gewesen, weil man zweyerley fürganz unstreitig und nothwendig gehalten» Einmal, daßschlechterdings nur ein höchst lasterhafter Mensch denSchritt thun könne, welchen Neuser gethan. Zum an-dern , daß dem, welcher die Christliche Religion mit derTürkischen vertauscht habe, wenn er nun auch bey dieserkeine Beruhigung finde, nichls übrig bleibe, als in denäussersten Unglauben zu stürzen, welcher zu dem lüder-lichsten Leben berechtige, und am Ende unvermeidliche Ver-zweiflung nach sich ziehe. Daß dasErempel vieler, ja dermeisten Renegaten zu diesen Voraussetzungen berechtige,will ich nicht in Abrede seyn: wenn man nur hinwiederumzugestehe» will, daß es Ausnahmen geben könne, zu wel-chen auch wohl Neuser könnte gehöret haben; und zu wel-chen er wirklich gehöret hat, wenn man anders demZeugnisse mehr glauben muß, als der Nachrede. Zeug-niß nenne ich, wenn der Kayserliche Gesandte an seinenHof von ihm schrieb ;Gegen Gott hat er die Verant-wortung seines Gewissens halben allein auszustehen,

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