„wahre Religion haben und ausüben, sonst aber nichts»wider den Staat und ihre Nebenmen sehen, oder in be-„sondern Tugendpflichten verbrechen, öffentlich vordem,,gemeinen Haussen beschimpfen und verhaßt machen?».Eigentlich gehören solche Dinge gar nicht auf die Kan-„zel. Denn die Zuhörer verstehen nichts von der Sache:„und wenn sie aufrichiig die Gründe der Gegner zu wissen„bekamen, würden sie nur irre werden.
„Also hat auch da keine unpartheyische Widerlegung,,Statt. Wer zum Lehrer auf der Katheder berufen ist,„der mag immerhin gegen alle Ungläubige und Irrgläu-bige streiten. Aber ein Lehrer auf der Kanzel ist ein„Lehrer der Gläubigen und Christen, bey welchen er die,,Ueberführung von der Wahrheit des Christenthums bil-„lig voraussetzt. Was hat ein solcher mit denen zu schaf-fen, die draussen sind, und zur Kirche nicht gehören? -—„Daß er sie da mit rednerischen Ausdrücken, welche die»»Einbildungskraft und Affcctcn erregen und mit verhaß-ten Namen, wovon die Zuhörer nicht einmal richtige„Begriffe haben, öfters zur Schau stellet: daS dienet zu„nichts, als den unverständigen Eifer des blinden Pöbels„wider unschuldige Leute in Feuer zu setzen. Zieht der„Priester auf die Ungläubigen los, so denkt der gemeine„Mann, dessen ganze Religion im Glauben besteht, daß„es Leute sind, die gar keine Religion haben, die weder„Gott noch Teufel, weder Himmel noch Hölle glauben.„Denn er urtheilt nach sich selbst: wenn bey ihm der„Glaube wegsiele, so bliebe gar keine Religion übrig. Un,,,christm klingen m des Pöbels Ohren als ruchlose la-sterhafte