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„dem Noah und allen Erzvätern vor dem Abraham zu-eigneten, welche ihn auch nach dem Gesetze Mosiö bc-„rechtigte, unter den übrigen Juden als einer der Nach«„kommen des Noah zu leben? Er kann daher seine Ver-wunderung nicht bergen, daß die christliche Obrigkeit„den Juden in solchem Falle richterliche Gewalt und„Strafen zugestünde, und glaubt,wenn Christus selbst noch„jetzt in Amsterdam , bey den Juden, wider ihre pharisäi-sche Heuchele» predigte, und es gefiele ihnen, denselben„abermal zu geißeln, so würden sie es da frey thun kon-„nen. Sehet! so wird die vernünftige Religion bey al-„len Arten des Glaubens als eine allgemeine Feindinn»»angelassen. Sobald sich der Glaube zum Herrn über„die Erkenntniß Gottes gemacht hat, will er die Stimme„der Vernunft nicht mehr hören. Also haben Aberglau-„den, Irrthümer, Thorheiten und Greuel den ganzen„Erdboden überschwemmt. Wo ist denn aber der Mensch?„Wo wohnt die Vernunft? Wo hat sie ihren freyen Ge-brauch in der edelsten und wichtigsten Erkenntniß und„Pflicht der Menschen behalten? Wenn sie sonst auch„nirgend geduldet würde: so sollte eS doch billig imChri-„stenthume,und in demselben, unter den Protestanten ge-schehen; weil sie vorzüglich rühmen, daß ihr Christen-„thum mit der gesunden Vernunft sehr wohl bestehen kön-„ne, und sich für deren Prüfung gar nicht zu scheuen ha«„be; ja daß die Vernunft selbst eine Wegwciserinn zum„Christenthums sey » Warum verstatten sie denn der„vernünftigen Religion nicht den geringsten Platz bey sich?„Nein, das ist eine 1>roteKat>0 isÄo comrüNä: ihr».Glaube muß so wenig, als alle andre Arten eines fal-
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